Neue Sachlichkeit

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Beschreibung

Kunst

Die Neue Sachlichkeit war eine Kunstströmung im Deutschen Reich der Zwischenkriegszeit. Sie fand ihre Ausprägung in verschiedenen Kunstgattungen wie der Malerei, der bildenden Kunst und gleichzeitig im Film. Der Begriff wurde schließlich 1925 anlässlich einer stark beachteten Ausstellung nach-expressionistischer Kunst in der Kunsthalle Mannheim geprägt. Der Zeitrahmen der Neuen Sachlichkeit wird gemeinhin mit dem der Weimarer Republik gleichgesetzt: 1918 bis 1933. Sie begann unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg mit der Hinwendung vieler Künstler zu sozialkritischen Bildthemen und endete 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und nachfolgenden Gleichschaltung der Medien.

Literatur

Neue Sachlichkeit bezeichnet eine Richtung der Literatur der Weimarer Republik, die sich nüchtern und realistisch vom Pathos des Expressionismus abgrenzt. An die Stelle emphatischer Wendungen und radikal-romantischer Bilder trat eine ernüchterte, oft kühl-distanzierte, beobachtende Haltung, die dokumentarisch-exakt und scheinbar gefühllos die moderne Gesellschaft darstellte, wobei häufig Alltagsdokumente in die Werke einmontiert wurden. Die Bezeichnung „Neue Sachlichkeit“ ist auf die Abgrenzung zum Realismus als „alte Sachlichkeit“ zurückzuführen. Entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, zeichnet sich die Neue Sachlichkeit durch schlichte Klarheit, sachliche Ausdrucksweise sowie teils hoch politische Inhalte aus.

Die Beobachtung und Abbildung der äußeren Wirklichkeit wie die Konstruktion des Lebens auf der Basis von Fakten bestimmt die „neusachliche“ Literatur der 1920er und 1930er Jahre und schlägt über die Verwendung der „Montage“ die Brücke zum Film. Tendenz ist die Rückkehr zum verlässlichen Äußeren – die expressionistische Vorstellung vom visionären Dichter als „geistigem Führer“ scheint in einer durch den Krieg desillusionierten und dabei immer deutlicher vom Geist des technischen Fortschritts dominierten Welt nicht mehr adäquat. „Es handelt sich nicht mehr darum zu ‚dichten’. Das Wichtigste ist das Beobachtete.“ schrieb Joseph Roth 1927 im Vorwort seines Romans Die Flucht ohne Ende. Bereits hier entbrennt eine Diskussion über die Angemessenheit und Beschaffenheit dieser Sachlichkeit, die zwischen Vorwürfen der affirmativen Haltung und Bekräftigung ihres kritischen Potenzials schwankt. Während die einen die Wirkung der unmittelbar beobachteten „Krassheit“ der Realität betonen, kritisieren andere, dass ohne die verbindende und einordnende Instanz des Denkens überhaupt keine Erkenntnis über die Wirklichkeit zu erlangen sei.

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